Hintergründe der erweiterten EnEV

Viele interpretieren es falsch und sind der Meinung, es gäbe nun eine komplett neue EnEV. Richtig ist jedoch: Die Energieeinsparverordnung von 2014 behält weiterhin ihre Gültigkeit. Die seit 2016 geltenden Verschärfungen wurden in Anlagen der Verordnung niedergeschrieben und können dort nachgelesen werden. Verantwortlich hierfür ist das Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz.
Die Merkmale der Verschärfungen beziehen sich auf die energetischen Anforderungen von Neubauten, um einen besseren Primärenergiebedarf und damit eine effiziente Energieeinsparung zu erreichen. So schreibt die neue EnEV vor, dass die Gebäudehülle einen um 20 Prozent gesteigerten Wärmeschutz erfüllen muss.

 

Von der neuen EnEV betroffene Bauherren

Ein gesteigerter Wärmeschutz ist durch eine verbesserte Dämmung der Böden, Wände, Decken, Dächer und Fenster zu erreichen. Natürlich wirkt sich dies auf die Kalkulation und Finanzierung von Neubauten aus, denn Sie müssen als Bauherr wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Zwar wirkt sich die so erreichte Energieeinsparung langfristig positiv auf die Energiekosten aus, doch zunächst steht eine höhere Investition in die Immobilie zur Debatte.
Zu den betroffenen Gebäuden gehören:
- Wohnhäuser
- Bürogebäude
- Gewerbe- und Industrieanlagen
- sonstige Gebäude, die beheizt werden

Eine Ausnahme stellen beispielsweise neue Hallen dar, die eine Raumhöhe von über 4 Meter haben und dezentral mit Raumwärme versorgt werden. Hier müssen Bauherren die verschärfte EnEV nicht berücksichtigen. Das Gleiche gilt für großflächige Anbauten oder Ausbauten von bestehenden Immobilien.

 

Nachrüstungen von Bestandsimmobilien

Bereits in der EnEV 2014 forderte der Gesetzgeber eine Verbesserung von Dachdämmungen, sodass weniger Heizwärme entweichen kann. Diese Forderung muss jedoch vertretbar sein und eine nachweisliche Energieersparnis einbringen. Die Frist zur Nachrüstung lief zum 31. Dezember 2015 aus.
Unter Experten ist dieser Punkt äußerst strittig, da es insbesondere bei selbst genutztem Wohnraum schwierig ist, dies einzufordern und zu kontrollieren. Einfacher haben es jedoch Mieter, die eine ausgebliebene Dämmpflicht und zu hohe Energiekosten auf dem Gerichtsweg einklagen können.
Zwar schreibt der Gesetzgeber stichprobenartige Kontrollen zur Einhaltung der neuen und alten EnEV vor, welche aber noch nicht flächendeckend durchgeführt werden. Wer allerdings bei der Nichteinhaltung der Energieeinsparverordnung ertappt wird, muss mit einem hohen Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Wegen der EnEV 2014 und deren nun gültigen Verschärfungen ist es für Bauherren und Immobilienbesitzer ratsam, sich bezüglich der Notwendigkeiten im individuellen Fall sorgfältig zu informieren. So entstehen keine unangenehmen Nachteile, die sich belastend auf das Gebäude oder das geplante Bauprojekt auswirken.
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